Wärmemasterplan

Umweltfreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung

Die Mainzer Stadtwerke Tochtergesellschaft Mainzer Wärme GmbH hat für die Stadt Mainz in Zusammenarbeit mit dem städtischen Umweltamt und der GEF Ingenieur AG den ersten Mainzer Wärmemasterplan erstellt. Diese Untersuchung soll dabei helfen, mittel- und langfristig eine gesicherte, umweltfreundliche und bezahlbare Wärmeversorgung für Mainz zu gewährleisten. Sie zeigt künftige Maßnahmen und Projekte in der Wärmeversorgung auf, die die Klimaschutzziele der Stadt Mainz und der Bundesregierung berücksichtigen sowie attraktiv für die Kunden und gleichzeitig wirtschaftlich für den Versorger sind.


Wärmeatlas als Grundlage

Kernstück des Masterplans ist die Analyse des Mainzer Wärmebedarfes und die Entwicklung eines Wärmeatlas für die Landeshauptstadt. Dieser Atlas beinhaltet die bereits bestehende Versorgungsinfrastruktur und den aktuellen Wärmebedarf der Mainzer Gebäude. Unter der Annahme von vier unterschiedlichen Sanierungsszenarien untersuchten die Experten anhand eines Modellansatzes, wie sich der Wärmebedarf über das Stadtgebiet verteilt und wie er sich in den nächsten Jahrzehnten womöglich entwickeln wird. Dem Modellansatz zufolge sinkt der Wärmebedarf in Mainz bis zum Jahr 2030 je nach untersuchtem Szenario zwischen 5 und 24 Prozent. Die Wärmedichten in den einzelnen Gebieten werden im Laufe der Jahre durch die erfolgten Gebäudesanierungen entsprechend geringer. Auch eine rege Neubautätigkeit in Zukunft wird diesen sanierungsbedingten Rückgang im Wärmeverbrauch nicht kompensieren. 

Für den Masterplan wurden zudem unterschiedliche Wärmeerzeugungstechniken unter anderem auf die ökologische Eignung, die Wirtschaftlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger und den Versorger sowie auf gesetzliche Vorgaben oder technische Standards hin untersucht und bewertet. Dabei zeigte sich, dass leitungsgebundene Varianten wie die Versorgung mit Fernwärme oder mit Nahwärmenetzen sowie Erdgaskessellösungen aktuell Vorteile gegenüber anderen Techniken aufweisen. 

Bei der Strategie der künftigen Wärmeerzeugung in Mainz spielt daher die Fernwärme eine zentrale Rolle. Das gilt beispielsweise bei der Versorgung des Zollhafen-Areals, des Standortes der Peter-Jordan-Schule, des Lerchenbergs oder der GFZ-Kaserne in der Oberstadt. Abseits des bestehenden Fernwärmenetzes eignet sich in Gebieten mit einem hohen Wärmebedarf der Aufbau von weiteren Nahwärme-Insellösungen. 

Das bestehende Erdgas-Verteilnetz sollte flächendeckend erhalten und in Gebieten mit eher geringem Wärmebedarf ausgebaut werden. Dort, wo die ersten drei Lösungen nicht umsetzbar sind, bieten sich individuelle Wärmeversorgungslösungen an. Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Mainz kann hier als breit aufgestelltes Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen die Eigentümer und das Handwerk unterstützen.

Wärmedichtekarte für das Stadtgebiet Mainz

Wärmedichtekarte für das Stadtgebiet Mainz
Ist-Situation (Bezugsjahr 2012) im 400 x 400 m Raster. Dunkelrot eingezeichnet sind Gebiete mit hoher Wärmedichte, orange, gelb oder blau Gebiete mit geringer werdender Wärmedichte.

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